Sternbild Kassiopeia

Abkürzung Lateinischer Name deutscher Name
Cas Cassiopeia Kassiopeia

Sternbild Kassiopeia

Geschichte
Die Kassiopeia gehört zu den 48 Sternbildern der antiken Astronomie, die bereits vor Ptolemäus erwähnt wurden.
Die Kassiopeia ist neben dem Grossen Bären das wohl bekannteste Zirkumpolar-Sternbild. Seine fünf Hauptsterne bilden den lateinischen Buchstaben W. Steht das Sternbild in der Nähe des Zenits und wird es von Norden aus beobachtet, so erscheint es auch als ein grosses M.

Der griechischen Mythologie nach war Kassiopeia die Gemahlin des aithiopischen Königs Kepheus und Mutter der Andromeda. Die eitle Kassiopeia zog den Zorn der Götter auf sich, da sie behauptete, noch schöner als die Nereiden, die Töchter des Meeresgottes Nereus, zu sein. Die Nereiden wandten sich ob dieser Beleidigung an Poseidon, der daraufhin ein schreckliches Meeresungeheuer aussandte, das die Gestade des Landes verwüstete. Das Land konnte einem Orakelspruch nach nur von dem Fluch befreit werden, wenn Andromeda, das einzige Kind des Königspaares, dem Ungeheuer geopfert würde. Andromeda wurde schließlich an einen Felsen gekettet und erwartete ihr grausames Schicksal. Im letzten Augenblick eilte der Held Perseus herbei und tötete das Untier. Zum Lohn erhielt er Andromeda zur Frau.

Einige Gestalten der Erzählung wurden am Himmel verewigt, das Meeresungeheuer in Form des Sternbildes Walfisch.


Sternkarte Kassiopeia


Zum Sternbild
Der hellste Stern der Kassiopeia  a Cassiopeia trägt auch die altarabische Bezeichnung Schedir oder "Brust". Dieser Stern ist 160 Lichtjahre entfernt. Die absolute Leuchtkraft ist 200mal grösser als die der Sonne. Mit einer scheinbaren Helligkeit von 2,2 mag. ähnelt Schedir  der Helligkeit des Polarsterns. b Cassiopeia wird gelegentlich auch mit der arabischen Bezeichnung Caph oder Cheph versehen, was vermutlich "die gefärbte Hand" bedeuten dürfte. Die Entfernung beträgt 47Lichtjahre, die Leuchtkraft ist 16mal grösser als die unserer eigenen Sonne. Eine besondere Rolle spielt seit vielen Jahrzehnten der Stern g Cassiopeiae, der sich in der Mitte des W's befindet. Es handelt sich um einen merkwürdigen veränderlichen Stern. Im vergangenen Jahrhundert lag die Helligkeit knapp über der 3. Grössenklasse. In der Zeit zwischen 1932 und 1937 stieg aber seine Helligkeit bis auf immerhin 1,6mag. Danach sank sie bis 1940 wieder auf 3mag. ab und stieg seither, von kleinen Schwankungen abgesehen, etwa auf  2,2mag an.

Da sich die Milchstrasse durch das Sternbild Kassiopeia zieht, kann man einige Offene- und Kugelsternhaufen finden. So hat der Kometenjäger Charels Messier 1774  die offenen Sterhaufen M52 und M103 entdeckt und diese in seinem Katalog aufgenommen.

Erwähnt sei hier noch die Supernova von 1181, welche die Helligkeit von 0 mag. erreicht hatte und mehr als 180 Tage sichtbar war. Registiert und Aufgezeichnet wurde sie von Astronomen in China und Japan.