Sternbild Rabe
Abkürzung |
Lateinischer Name |
deutscher Name |
Crv |
Corvus |
Rabe |
Geschichte
Der Rabe gehört zu den 48 Sternbildern der antiken
Astronomie, die bereits von Ptolemäus erwähnt wurden.
Apollon schickte für eine Opfergabe an seinen Vater Zeus den Raben
aus, damit dieser Wasser aus einer Quelle hole. Der Rabe griff sich
den Becher und machte sich auf den Weg. Auf dem Weg dorthin sah er
allerdings auf einem Feigenbaum noch nicht ganz reife Feigen, von
denen er unbedingt kosten wollte. Also wartete er einige Tage, bis
die Feigen reiften, und beendete erst dann seinen Auftrag. Um eine
Entschuldigung für sein Zu-Spät-Kommen zu haben, griff er sich eine
Wasserschlange und behauptete, diese habe den Weg zu der Quelle
versperrt.
Apollon aber durchschaute die Lüge und bestrafte den Raben dadurch,
dass er zur Zeit der Feigenreife nicht mehr trinken kann, und
versetzte ihn zur Warnung an den Himmel, zusammen mit dem Becher und
der Wasserschlange.
In einer anderen Erzählung wird der Rabe
ebenfalls aus Strafe an den Himmel verbannt. Er erzählte Apollon,
dass dessen schwangere Geliebte Koronis fremdgehe. Aus Zorn tötete
Apollon Koronis und deren Gespielen. Dieses bereute er aber sofort,
und er konnte noch das Leben seines ungeborenen Sohnes retten. Als
Strafe färbte Apollon den weißen Raben schwarz und verbannte ihn an
den Himmel.
Zum Sternbild
a und
b Corvi sind mit 2,6 mag. die beiden hellsten Sterne dieses
Sternbilds.
b Corvi ist etwa 110 Lichtjahre entfernt und 85 mal heller
als die Sonne.g
Corvi hat 450 Lichtjahre Abstand und die 1200fache
Sonnenleuchtkraft.
d Corvi, der 3,0mag. hell ist, wird auch als Algorab
("rechter Flügel des Raben") bezeichnet. Mit einem Teleskop von etwa
6 cm Öffnung sehen wir in 24,2 Bogensekunden Distanz einen Begleiter
8. Grösse.
Im Raben findet sich das Galaxienpaar NGC 4038 und NGC 4039. Beide
Galaxien wurden durch die gegenseitige Gravitationswirkung stark
verformt, wobei auf langbelichteten Fotografien, zwei dünne
Filamente sichtbar werden, die an Antennen erinnern.
Der Planetarische Nebel NGC 4361 ist etwa 4.300 Lichtjahre entfernt.
Im Zentrum ist der 12,8m helle Zentralstern, ein Weisser
Zwerg, zu sehen.