Sternbild Weibliche Wasserschlange

Abkürzung Lateinischer Name deutscher Name
Hya Hydra Weibliche Wasserschlange


Sternbild Weibliche Wasserschlange

Geschichte
Die Wasserschlange ist mit 1302,844 deg² das ausgedehnteste Sternbild des Nachthimmels.
Die „weibliche“ oder große Wasserschlange gehört zu den Sternbildern der antiken griechischen Astronomie, die bereits von Ptolemäus beschrieben wurden. Im 16. Jahrhundert wurde die „männliche“, südliche oder Kleine Wasserschlange (lat. Hydrus) eingeführt. Dieses Sternbild steht allerdings so weit südlich, dass es von Europa aus nicht zu beobachten ist.

Zum mythologischen Ursprung existieren zwei Versionen:
Nach der Ersten stellt die Wasserschlange das vielköpfige Untier Hydra dar, das die Sümpfe in der Umgebung der Stadt Lerna heimsuchte. Dem Helden Herakles war die Aufgabe übertragen worden, die Bestie zu töten. Doch Herakles musste feststellen, dass für jeden Kopf, dem er der Hydra mit dem Schwert abschlug, zwei neue nachwuchsen. Gleichzeitig wurde er von einem riesenhaften Krebs attackiert. Es gelang Herakles, den Krebs zu zertreten, doch die Hydra konnte er nur mit Hilfe seines Neffen Iolaos besiegen. Dieser hatte Brennholz herangeschafft und brannte jedes Mal, wenn Herakles einen Kopf des Untiers abgetrennt hatte, die Wunde aus, so dass keine Köpfe mehr nachwachsen konnten. Die Hydra, der Krebs und Herakles (Herkules) wurden als Sternbilder am Himmel verewigt.

Eine andere Version bringt die Wasserschlange mit den benachbarten Sternbildern Rabe (Corvus) und Becher (Crater) in Verbindung. Demnach schickte der Gott Apoll einen Raben aus, der frisches Quellwasser für Zeus holen sollte. Der Rabe griff sich einen goldenen Becher und flog zur Quelle. Unterwegs entdeckte er einen Feigenbaum, dessen Früchte jedoch noch unreif waren. Obwohl Apoll ihn angewiesen hatte, keine Zeit zu verlieren, wartete der Rabe mehrere Tage, bis die Früchte reif waren, und schlug sich damit voll. Um einer Bestrafung zu entgehen, griff er sich eine Wasserschlange, flog damit zu Apoll und behauptete, die Schlange habe ihm den Weg versperrt, so dass er erst jetzt zurückkehren konnte. Apoll durchschaute den Lügner und versetzte ihn zur Warnung samt der Schlange und dem Becher an den Himmel.


Sternkarte Weibliche Wasserschlange

Zum Sternbild
Die Wasserschlange ist ein extrem lang gestrecktes Sternbild, dessen Westrand an den kleinen Hund angrenzt und das deshalb bereits an einem Winterabend beobachtet werden kann. Sein Ostrand reicht bis zum Sternbild Waage, einem Grenzsternbild zwischen Frühlings- und Sommerhimmel. Fast könnte man sagen: Wenn der Kopf der Wasserschlange im Westen untergeht, ist ihr Schwanz gerade erst aufgegangen. Dies liegt allerdings auch daran, dass die Wasserschlange ein teilweise recht südlich gelegenes Sternbild ist.
Hauptstern der Wasserschlange ist Alphard, was im Arabischen "Der vereinzelt dastehende Stern" bedeutet. Gelegentlich wird der Stern auch als Cor Hydrae, also "Herz der Wasserschlange" bezeichnet. Seine Helligkeit beträgt 2,0 mag. Er ist ein roter Riesenstern in 95 Lichtjahren Abstand. 110mal heller als die Sonne. Der 3,8mag. helle Stern e Hydrae besitzt in 2,8 Bogensekunden Distanz einen Begleiter 6,9mag. Zur Auflösung dieses Sterns benötigt man ein Instrument von etwa 8cm Öffnung.
Im westlichen Teil der Wasserschlange können einige offene Sternhaufen beobachtet werden. Davon sei vor allem M48 erwähnt. Hier sehen wir ungefähr 80 Sterne, deren hellste  zwischen der 8. und 9. Grössenklasse liegen. Die Entfernung beträgt etwa 1700 Lichtjahre.
Auch zu erwähnen ist hier noch M 83 ist eine Spiralgalaxie vom Typ Sc in etwa 15 Millionen Lichtjahren Entfernung. Sie ist bereits im Fernglas als nebliger Fleck zu erkennen. Im grösseren Teleskop zeigen sich ein heller Kern und Ansätze von Spiralarmen. Von Mitteleuropa aus ist sie nicht leicht zu beobachten, da sie tief über dem Horizont steht und die dichteren Luftschichten die Sicht behindern.