Sternbild Indianer
Abkürzung |
Lateinischer Name |
deutscher Name |
Ind |
Indius |
Indianer |
Geschichte
Der Indianer ist ein wenig ausgeprägtes Sternbild.
Nur zwei seiner Sterne sind heller als die 4. Grössenklasse. Man
findet ihn zwischen den beiden hellsten Sternen der Sternbilder
Kranich (Grus) und Pfau (Pavo).
Auf der ersten niederländischen Ostindienexpedition Ende des 16.
Jahrhunderts durch den Indischen Ozean hatte der Navigator Pieter
Dirkszoon Keyser von dem Kartografen Petrus Plancius den Auftrag,
die Positionen der hellen Sterne des Südhimmels zu vermessen, und
legte dabei,
unterstützt von dem Forscher Frederick de Houtman, einschließlich
des Indianers – „De Indiaen“ – insgesamt zwölf neue Sternbilder
fest. Plancius übernahm sie 1597/1598 erstmals auf einen
Himmelsglobus, der 1600 von dem Kartograf und Verleger Jodocus
Hondius veröffentlicht wurde. Auf diesem glich die illustrierende
Darstellung des „Indus“ dem Bild von einem eingeborenen Südasiaten.
Johann Bayer übernahm die zwölf neuen Sternbilder in seinen 1603
erschienenen Himmelsatlas Uranometria.
Auch auf anderen älteren Sternkarten, wie der von Johannes Hevelius
aus dem Jahr 1690, ist der „Indus“ als ein Naturvolksangehöriger
ohne Federschmuck dargestellt, mit einem Speer in der einen, und
drei weiteren in der anderen Hand. Die Federhaube eines
amerikanischen Indianers tauchte auf Sternkarten und Himmelsgloben
erst in der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts auf.
Zum Sternbild
Sein Hauptstern
a Indi hat eine Helligkeit von 3,2 mag. Sein Abstand beträgt
100 Lichtjahre. Ein verhältnismässig leicht zu trennender
Doppelstern ist
u Indi. Der Hauptstern ist 4,7mag. hell. Sein Begleiter mit
der Helligkeit ist 7,1mag. steht 6,0 Bogensekunden entfernt.