Sternbild Waage
Abkürzung |
Lateinischer Name |
deutscher Name |
Lib |
Libra |
Waage |
Geschichte
Die Waage gehört zu den klassischen 48 Sternbildern
der Antike, die von Claudius Ptolemäus beschrieben werden.
Die Waage galt als Sinnbild der
Gerechtigkeit. Möglicherweise erhielt aber dieses Sternbild seine
Bezeichnung deshalb, weil vor etwa 2000 Jahre die Sonne zur Zeit der
Herbst- Tagundnachtgleiche die Grenze zu diesem Sternbild
überschritt.
Bei den Babylonier und antiken Griechen wurden die Sterne dagegen
dem Skorpion zugerechnet und stellten dessen Scheren dar. Daher
hiess die Konstellation bei den Griechen „Chelai“ (die Klauen).
Die arabischen Astronomen sahen in dem Sternbild ebenfalls einen
Teil des Skorpions. Die Sterne β
und γ bildeten dabei die
nördliche Schere, die Sterne α,
υ und σ
die südliche Schere des Skorpions.
Der heutige Name Waage wurde um 100 n.Chr. von den Römern
eingeführt. Für sie stellte das Sternbild das Sinnbild der
Gerechtigkeit dar.
Die „südliche Schere“ wurde erst 1930 mit der Festlegung der
Sternbildgrenzen durch die IAU der Waage zugeordnet. Der Stern
σ Librae wurde vorher als
γ Scorpii bezeichnet
Zum Sternbild
Die beiden Hauptsterne
a und
b Librae heissen Zuben Elgenubi und Zuben Eschemali, was
"Südliche bzw. Nördliche Schere", nämlich des Skorpions, bedeutet.
In früheren Darstellungen ragte häufig der Skorpion noch in dieses
Sternbild hinein.
a Librae ist einer der am leichtesten zu trennenden
Doppelsterne. Neben dem Hauptstern 2,8 mag. steht in 231
Bogensekunden Distanz ein Stern 5,2mag. Da beide Sterne dieselbe
Eigenbewegung zeigen, dürfte es sich im weiteren Sinne um ein echtes
Sternenpaar handeln. Librae zeigt periodische
Helligkeitsschwankungen zwischen 4,8mag. und 5,9mag. hervorgerufen
durch gegenseitige Bedeckungen beim Umlauf zweier Sterne. Die
Periode dauert 2,3273 Tage. Die Helligkeitsschwankungen können
bereits mit blossem Auge oder mit einem Opernglas gut verfolgt
werden.
g Librae steht von der Erde knapp 200 Lichtjahre
entfern.