Sternbild kleiner Löwe
Abkürzung |
Lateinischer Name |
deutscher Name |
Lmi |
Leo Minor |
Kleiner Löwe |
Geschichte
Das Sternbild wurde erst 1687 von dem Danziger
Astronomen Johannes Hevelius eingeführt.
Eigentlich spielt der kleine Loewe nur
eine Nebenrolle in dieser Geschichte. Ein Teil der Sage ist uns
allen bekannt: Der geflügelte Gott Amor und seine Liebespfeile.
Und das kam so: Die Göttin der Schönheit und Liebe hiess bei den
Römern Venus, die Griechen nannten sie Aphrodite. Die war das
Ergebnis eines der zahllosen Seitensprünge des Götterchefs Zeus -
und damit eine echte Göttin. Wo sie war, war eitel Sonnenschein. Das
Gras wuchs, die Menschen beendeten Streitigkeiten, selbst Löwen und
andere wilde Tiere kamen zahm zu ihr und liessen sich streicheln.
Diese sanfte, durch und durch weiche Person hatte jedoch eines Tages
eine leidenschaftliche Affäre mit Ares (alias Mars), dem Gott des
Krieges. Er war ein gefühlloser, harter, mutiger, verwegener Mann
voll Kraft und Aggression. Aphrodite wurde schwanger - und der Sohn
bekam die Eigenschaften beider Elternteile. Sie nannten ihn Eros,
den Gott der Liebe. Als Zeus davon erfuhr, hatte er seine Zweifel:
Würde Eros die Menschen nicht verwirren, quälen und ihnen Leid
bringen ? Vorsichtshalber wollte er ihn töten, doch Aphrodite konnte
ihren Sohn noch rechtzeitig verstecken. So wuchs er in einem tiefen
Wald auf, gefüttert und umsorgt von einer Löwin, welche wir heute im
Sternbild "Kleiner Löwe" finden. Bald war der Gott ein junger Mann
und mit seinen Flügeln bereiste er alle Länder und sah viel von der
Welt. Eros trug stets einen goldenen Bogen mit sich und einen Köcher
voller Liebespfeile - und wen auch immer er traf, dessen Herz wurde
mit Liebe und brennender Leidenschaft erfüllt.
So brachte Eros viel Glück und Freude, aber auch unermessliches
Leid, Kriege und Katastrophen in die Welt.
Weil die Liebe unergründliche Wege geht und für Aussenstehende
groteske Formen annehmen kann, war Zeus bald sehr amüsiert über das
seltsame Treiben der Menschen. Zum Dank für diese lustige
Unterhaltung setzte er die Löwin, welche Eros aufgezogen hatte, als
"kleiner Löwe" an den Himmel.
Zum Sternbild
Dieses Sternbild füllt den Bereich
zwischen dem eigentlichen (grossen) Löwen und dem Sternbild des
Grossen Bären aus. Es wurde erst von J. Hevel im 17. Jahrhundert
eingeführt. Allerdings enthält es nur schwächere Sterne, die keine
griechischen Bezeichnungen tragen.
Im Grunde genommen ist der kleine Löwe ein typisches
"Füll-Sternbild", denn - im Gegensatz zur Sternbildkunde des
Altertums und Mittelalters - muss heute jeder Stern zu irgendeinem
Sternbild gerechnet werden. Es darf keine "Leer-Stellen" am Himmel
geben. Der hellste Stern ist 46 Leonis minoris am Ostrand des
Sternbilds. Seine Helligkeit beträgt 3,9 mag. die Entfernung von der
Erde etwa 100 Lichtjahre.