Sternbild Einhorn
Abkürzung |
Lateinischer Name |
deutscher Name |
Mon |
Monoceros |
Einhorn |
Geschichte
Es wird dem niederländischen Kartografen Petrus
Plancius zugeschrieben, der 1612 einen Himmelsglobus erstellte, auf
dem er acht neue Sternbilder abbildete, darunter Monoceros
Unicornis
Jacob Bartsch nahm es 1624 in sein Planisphaerium Stellaris
als Unicornus in seine Sternkarten auf und schrieb ihm ein
christliches Motiv zu: Das Einhorn wird in der lateinischen Bibel
(Vulgata) mehrmals erwähnt (Psalmi iuxta LXX 21:22, 28:6, 91:11;
Isaias 34:7); moderne Bibelübersetzungen sprechen hier jedoch von
Büffeln. Plancius selbst hinterließ seine Gründe, diese Sternbilder
einzuführen, nicht. Im Bestiaire Divin de Guillaume aus dem
13. Jahrhundert steht, dass das Einhorn ruhig liegt und eingefangen
werden kann, wenn eine Jungfrau seine Jagdgründe betritt. Das
Einhorn soll Jesus Christus darstellen und sein Horn die Göttliche
Wahrheit.
Heinrich Wilhelm Olbers und Ludwig Ideler wiesen allerdings darauf
hin, dass die Konstellation bereits vor 1564 beschrieben wurde. Nach
Joseph Scaliger soll es auf einem antiken persischen Himmelsglobus
abgebildet sein.
Zum Sternbild
Der Hauptstern
a Monocerotis befindet sich weit im Südteil des
Sternbilds und hat nur eine Helligkeit von 4,1mag. Er ist etwa 180
Lichtjahre entfernt und stellt keine Besonderheit dar. Dreifach ist
dagegen
b Monocerotis. Der
4,7mag. helle Stern steht 150 bis 200 Lichtjahre von der Erde
entfernt. Weit im Norden des Sternbilds Einhorn, hart an der Grenze
zu den Zwillingen, steht der offene Sternhaufen NGC 2264. Er
bedeutet eine Art "Muss" für besitzer kleiner Teleskope. Der
ziemlich ausgedehnte und zerstreute Sternhaufen enthält 20 helle
und weit über 100 schwächere Sterne. Der hellste Stern hat eine
Helligkeit von 4,6mag. und wird als 15 Monocerotis oder S
Monocerotis bezeichnet. Das S weist darauf hin, dass es sich um
einen veränderlichen Stern handelt, dessen Helligkeit unregelmässig
in einem Bereich von etwa 1/2 Grössenklasse schwankt.