Sternbild Phönix
Abkürzung |
Lateinischer Name |
deutscher Name |
Phe |
Phoenix |
Phönix |
Geschichte
Der Phönix gehört zu den Sternbildern, die Ende des
16. Jahrhunderts von den niederländischen Seefahrern Pieter
Dirkszoon Keyser und Frederick de Houtman eingeführt wurden. Johann
Bayer übernahm ihn in seinen 1603 erschienenen Himmelsatlas
Uranometria.
Der Phönix gehört im Gegensatz zum Sternbild Altar nicht zu den 48
antiken Sternbildern, obwohl das Sternbild Altar noch ein Stück
weiter südlicher liegt als der Phönix und auch nicht aus deutlich
helleren Sternen besteht. Der Grund dafür ist, dass der Phönix durch
die Präzession in den letzten 3000 Jahren 15 Grad Richtung Norden
gewandert ist. Um 1000 v. Chr. war auf Kreta (35° N) noch gar kein
Stern vom Phönix zu sehen. Heute kommt dort fast das ganze Sternbild
über den Horizont, in 600 Jahren wird der Phönix dort vollständig
sichtbar sein. Bis zum Jahr 9200 wird das Sternbild weiter Richtung
Norden wandern und sogar in Dänemark vollständig über den Horizont
emporsteigen. Danach wird die Präzession den Phönix wieder in
Richtung Süden verschieben. Beim Sternbild Altar war es umgekehrt,
es stand in der Antike nördlicher als heute.
Der Phönix war in der ägyptischen Mythologie ein Vogel, der bei der
Schöpfung der Welt auf dem Urhügel erschienen war (siehe Benu). Er
wurde als heilig verehrt und meist als Personifizierung des
Sonnengottes angesehen. Später wurde er von den antiken Griechen und
Römern übernommen, wobei er im Laufe der Zeit unterschiedlichste
Bedeutungen hatte. Die heute bekannte Version eines Vogels, der sich
selbst verbrennt und aus der eigenen Asche wieder aufersteht, stammt
erst aus dem 1. Jahrhundert nach Christus.
Zum Sternbild
Der Hauptstern
a Phoenicis ist 2,4 mag. hell und etwa 76 Lichtjahre
entfernt.
b Phoenicis ist ein Doppelstern. Der Hauptstern hat eine
Helligkeit von 3,3mag. der Begleiter von 4,1mag. Die gegenseitige
Distanz beträgt 1,3 Bogensekunden, so dass eine Trennung erst mit
einem Teleskop von über 10cm Öffnung möglich ist.