Sternbild Schlange
Abkürzung |
Lateinischer Name |
deutscher Name |
Ser |
Serpens |
Schlange |
Geschichte
Die Schlange gehört zu den 48 Sternbildern der
antiken griechischen Astronomie, die bereits von Ptolemäus
beschrieben wurden.
Die Griechen der Antike sahen in dem Sternbild eine Schlange, die
von dem heilkundigen Asklepios (lat. Äskulap) – dem Schlangenträger
– getragen wird. Es handelt sich um die gleiche Schlange, die sich
um den Äskulapstab, das Symbol der Heilkunst, windet.
Einer Version nach fiel Glaukos, der Sohn des kretischen Königs
Minos, in ein Honigfass und erstickte darin. Der Seher Polyeidos
fand den Jungen. Minos ließ daraufhin den Seher zusammen mit dem
Toten einsperren und befahl ihm, seinen Sohn wieder zum Leben zu
erwecken. Als eine Schlange auf Polyeidos zukroch, tötete er diese.
Sofort kam eine zweite Schlange mit Kräutern im Maul hinzu und
erweckte die tote Artgenossin damit zum Leben. Polyeidos wandte das
gleiche Mittel bei Glaukos an, der tatsächlich erwachte.
Zum Sternbild
Die Schlange ist das einzige Sternbild am
Himmel, das aus zwei nicht zusammenhängenden Teilen besteht. Die
beiden Teile werden aus lang gezogenen Sternketten gebildet, die vom
Schlangenträger (Ophiuchus) unterbrochen werden. Der westliche Teil
der Schlange wird als Serpens Caput (Schlange, Kopf), der
östliche als Serpens Cauda (Schlange, Schwanz) bezeichnet.
Der Kopf hat eine markante Dreiecksform.
Der Hauptstern der Schlange heisst auch
altarabisch Unuk oder Unuk Elhaija ("Hals der Schlange") Seine
Helligkeit beträgt 2,7mag. sein Abstand 70 Lichtjahre. Die
Leuchtkraft ist 35 mal grösser als die der Sonne.
b
Serpentis ist ein Doppelstern. Die beiden Partner
haben eine Helligkeit von 3,7mag. und 9,2mag. Sie stehen 31
Bogensekunden voneinander entfernt. Ihr Abstand von der Erde beträgt
95 Lichtjahre.
Die Schlange enthält mit M5 einen der schönsten Kugelsternhaufen des
nördlichen Himmels. Er liegt am rechten (westlichen ) Rand des
Sternbilds. M5 hat eine Gesammthelligkeit von 6,2mag. und ist
bereits in einem Feldstecher als kleiner Nebelfleck sichtbar. Die
Entfernung beträgt etwa 27'000 Lichtjahre. Die hellsten Sterne in M5
erreichen die 14.te Grössenklasse. Sie sind mit einem Amateur
Teleskop nicht mehr erreichbar.
Hart an der Grenze zum Sternbild Schild liegt ein offener
Sternhaufen mit der Katalogbezeichnung M16. Etwa 55 Sterne
zwischen der 8. und 12. Grössenklasse sind dort zu sehen. Ein
Teleskop über 6cm Öffnung ist hier ratsam. Der Sternhaufen liegt
etwa 8'000 Lichtjahre entfernt in einen schönen Nebel eingebettet,
der sich aber meist erst auf fotografischen Aufnahmen erkennen
lässt. Wegen seiner Form wird er oft auch "Adler-Nebel" genannt.