Sternbild Schütze

Abkürzung Lateinischer Name deutscher Name
Sgr Sagittaurus Schütze


Sternbild Schütze

Geschichte:
Der Schütze gehört zu den klassischen 48 Sternbildern, die von Ptolemäus beschrieben wurden.
Der Schütze ist ein schwierig zu deutendes Sternbild. Oft wird dem Sternbild der Zentaur Cheiron zugeordnet. Nicht nur, weil dieser ein guter Bogenschütze war, sondern auch weil er einen Pfeil auf den Skorpion schoss, der den Jäger Orion stach und dies leicht erkennbar ist, wenn man die Sternbilder Skorpion und Schütze nebeneinander sieht. Dies ist dennoch sehr unwahrscheinlich, da Cheiron bereits als Zentaur am Himmel zu sehen ist.



Sternkarte Schütze

Zum Sternbild
Der Schütze gehört zu den wenigen Sternbildern, in dem der Stern a nicht der hellste ist. a Sagittarii hat nur eine Helligkeit von 4,1mag. und befindet sich weit im Süden. Er kann von Mitteleuropa aus nicht gesehen werden. Seine arabische Bezeichnung lautet Rukbat oder "Knie des Schützen". Dagegen ist e Sagittarii der hellste Stern des Schützen. Er heisst auch Kaus Australis oder "Der südliche Bogen". Seine Helligkeit beträgt 1,8mag. Er ist 125 Lichtjahre entfernt und 250mal heller als die Sonne. Etwa 3,3 Bogenminuten nordnordwestlich von ihm liegt ein Begleiter 7. Grössenklasse, der mit einem Feldstecher gesehen werden kann.

Der Schütze liegt inmitten der Milchstrasse, wenn wir einmal von ihren östlichen Teilen absehen. Vor allem im nördlichen und westlichen Bereich zeigt sie eine beachtliche Helligkeit und einen grossen Reichtum an Sternen. Liegt doch auch das Zentrum unserer Milchstrassen-Systems in etwa 30'000 Lichtjahren Entfernung  in Richtung dieses Sternbilds.  Genauer ausgedrückt: das Zentrum befindet sich bei der Position Rektaszension 17h 42,5m und Deklination - 28° 59'. Allerdings erreicht die Sternendichte dieses Gebietes nicht die der etwas weiter östlich davon gelegenen Bereiche. Der Grund ist in dunklen interstellaren Wolken zu suchen, die uns den Blick in das Zentrum des Milchstrassen-Systems verdecken.
Wir sehen in diesem Bereich nur etwa 10'000 Lichtjahre weit. Das galaktische Zentrum, mit dem auch die berühmte Radioquelle Sagittarius A zusammenfällt, kann nur mit Hilfe von Radioteleskopen, mit Mitteln der Infrarot- und Röntgenastronomie, erforscht werden.
Die Geburtsstunde der Radioastronomie schlug im Jahre 1932, als der junge amerikanische Hochfrequenztechniker Karl Guthe Jansky mit einer ziemlich primitiven Rahmenantenne bei seiner Suche nach atmosphärischen Radiostörungen auf ein "Rauschen" stiess, das seine Ursache in den hellen Teilen der Milchstrasse im Sternbild Schützen haben musste.
Die Gegenrichtung zum Zentrum der Milchstrasse befindet  sich im Sternbild
Stier. Deswegen ist die Milchstrasse dort auch verhältnismässig  lichtschwach und enthält weniger Sterne.


Am Nordrand des Sternbilds, an der Grenze zum Sternbild Schild, befindet sich M17. Der bemerkenswerte helle Nebel wird häufig als "Schwan-Nebel" oder "Omega-Nebel"  bezeichnet. Auch der Name "Pferdehuf-Nebel" kommt gelegentlich vor. Seine Helligkeit beträgt etwa 7mag., so dass er bereits mit einem Feldstecher gesehen werden kann. Sein Abstand misst 5700 Lichtjahre. Nur etwa 1 Grad südsüdwestlich  von M17 liegt ein kleiner  offener Sternhaufen mit der Bezeichnung M18. Er enthält etwa 12 Sterne zwischen der 9. und 10. Grössenklasse und ist ca. 4900 Lichtjahre entfernt. Wieder ein wenig südwestlich von M18 sehen wir eine sternenreiche Gegend mit der Bezeichnung M24. Darin eingebettet liegt der offene Sternhaufen NGC 6603, der allerdings nur über schwächere Sterne verfügt, die in einem kleinen  Teleskop.