Sternbild Wolf
Abkürzung |
Lateinischer Name |
deutscher Name |
Lup |
Lupus |
Wolf |
Geschichte
Der Wolf gehört zu den klassischen 48 Sternbildern
der Antike, die von Ptolemäus beschrieben werden. Vor 2.000 Jahren
war er von Südeuropa aus vollständig sichtbar. Infolge der
Präzessionsbewegung der Erdachse hat sich seine Lage im Laufe der
Zeit nach Süden verschoben.
Einer Erzählung von Eratostenes nach
handelt es sich bei Lupus um den blutrünstigen König Lykaon von
Arkadien. Er soll fast alle seine zahlreichen Söhne umgebracht
haben. Zeus hatte mit Lykaons Tochter einen Sohn namens Arkas. Eines
Tages war Zeus im Palast des Lykaon zum Essen eingeladen. Um zu
prüfen, ob der Gast tatsächlich der mächtige Zeus sei, zerstückelte
Lykaon seinen Schwiegersohn Arkas und setzte ihn Zeus als Mahlzeit
vor. Zeus erkannte jedoch sofort das Fleisch seines armen Sohnes und
warf in rasendem Zorn den Tisch um, tötete Lykaons Söhne mit einem
Blitz und verwandelte Lykaon selbst in einen Wolf. Dann fügte Zeus
die Teile seines Sohnes wieder zusammen und übergab ihn der Pleiade
Maia, die ihn aufzog. Der Zentaur Chiron
hält nun in alle Ewigkeit den in einen Wolf verwandelten Lykaon
in Schach.
Zum Sternbild
Der Wolf verfügt über einen 2,9mag.
hellen Hauptstern
a Lupi. Doch auch
b Lupi hat eine Helligkeit von 2,8 mag. Ein hübscher
Doppelstern ist
k Lupi. Seine beiden Sterne weisen eine Helligkeit von
4,1mag. und 6,0mag. auf und stehen 26,7 Bogensekunden auseinander.
Somit reicht zur Trennung bereits ein 5 cm Teleskop aus.
Östlich der Hinterpfote
b leuchtete am 30. 4. 1009 eine Supernova auf. Sie ist ausser
in China und Arabien auch von Mönchen im Kloster St. Gallen
beobachtet und aufgezeichnet worden.
Im Wolf befinden sich die offenen Sternhaufen NGC 5749 und NGC 5822.
NGC 5822 ist ca. 2500 Lichtjahre entfernt und besteht aus etwa 100
Sternen. Mit einem Durchmesser von 40 Bogenminuten nimmt er am
Himmel eine größere Fläche ein als der Vollmond. Im Prismenfernglas
erscheint er als ausgedehnter nebliger Fleck.